Carl & Bertha Benz



1844 wurde Carl Benz in Karlsruhe als Sohn eines Lokomotivführers, der zwei Jahre nach seiner Geburt starb, geboren. Carl Benz ging auf das Gymnasium und studierte anschließend an der Polytechnischen Hochschule in Karlsruhe. Dem Studium folgte ein zweijähriges Praktikum bei einer Karlsruher Maschinenbau-Gesellschaft.

1886 erhielt er seine erste Anstellung bei einer Waagenfabrik als Zeichner und Konstrukteur in Mannheim. Im Anschluss wechselte er erst in eine Maschinenfabrik, bei der er sich mit dem Bau von Brücken beschäftigte und danach in eine Wiener Eisenkonstruktionsfirma.

1871 gründete er zusammen mit August Ritter seine erste eigene Firma in Mannheim „Eisengießerei und mechanische Werkstätte“, später „Fabrik für Maschinen zur Blechbearbeitung“ genannt, den er mithilfe von seiner späteren Frau auszahlte. Bertha Benz ist entscheidend am späteren Erfolg des jungen Unternehmens, da sie die erste Fernfahrt der Welt unternahm und damit als erste Automobilistin der Geschichte galt. Da die Geschäfte nicht gut liefen, beschäftigte sich Carl Benz in dieser Zeit intensiv mit Zweitaktmotoren. Nach zweijähriger Entwicklungszeit lief der erste Zweitaktmotor das erste Mal zufriedenstellend.

1882 wandelte das Ehepaar mit neuen Geldgebern,Teilhabern und mit Hilfe der Banken das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und nennt die Firma Gasmotoren-Fabrik Mannheim AG. Carl Benz ist jedoch mit lediglich 5% an der Firma beteiligt. Als seine Teilhaber versuchen, Einfluss auf seine Konstruktionen auszuüben, verlässt Carl Benz das junge Unternehmen bereits 1883.

1883 gründete er mit den Geschäftsleuten Max Rose und Friedhelm Esslinger, gemeinsam mit Benz die Firma Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik. Finanziell gesichert beginnt er mit der Konstruktion eines ganzheitlich konzipierten Fahrzeugs, in das sein Viertakt-Benzinmotor integriert ist. Sein Konkurrent Daimler baut hingegen seinen ersten Motor in eine Kutsche ein. 1886 erhält Carl Benz wiederum ein Patent auf sein Fahrzeug und stellt den ersten „Benz Patent-Motorwagen“ der Öffentlichkeit vor.

1885 bis 1887 enstehen insgesamt drei Versionen des Dreirads.

1890 wird die Rheinische Gasmotoren-Fabrik durch den Eintritt der neuen Gesellschafter Friedrich von Fischer und Julius Ganß zur zweitgrößten Motorenfabrik Deutschlands.

1893 führt Carl Benz die Achsschenkellenkung in den Kraftwagenbau ein, 1896 entwickelt er den Contra-Motor, den Urvater der heutigen Boxermotoren.

1884 bis 1901 gelingt Benz & Co der Durchbruch mit einem preisgünstigem, leichtem Automobil, genannt „Velo“, dass als Serienwagen bezeichnet wurde.
Benz & Co wuchs bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum weltweit führenden Automobilhersteller heran.

Gottlieb Daimler



1834 wurde Gottlieb Daimler in Schorndorf geboren. Er besuchte eine Latein- und Zeichenschule.

1848 bis 1852 absolvierte er eine Lehre als Büchsenmacher.

1857 bis 1859 besuchte er eine Polytechnische Schule in Stuttgart, nachdem er zuvor bei einem Aufenthalt in Frankreich praktische Erfahrungen im Maschinenbau erwarb.

1862 trat er eine Stelle als Zeichner in Geislingen an.

1863 wurde Daimler Werkstätteninspektor in einer Maschinenfabrik in Reutlingen, bei der er zwei Jahre später Wilhelm Maybach kennen lernte.

1869 verließ er Reutlingen und wurde in Karlsruhe Werkstättenvorsteher der Maschinenbau-Gesellschaft.

1872 bis 1882 wechselte er zu Otto und Langen als Technischer Leiter der Gasmotorenfabrik Deutz, bei der er das Ottosche Viertaktprinzip kennenlernte.

Der grundlegende Ansatz Gottlieb Daimlers ist, Benzin als ausschließlichen Brennstoff für die Motoren zu verwenden und diese in alle nur denkbaren Fahrzeuge – zu Lande, zu Wasser und in der Luft – einzubauen. Daimler lässt sich nach intensiven Versuchen einen ungekühlten, wärmeisolierten Motor mit ungesteuerter Glührohrzündung patentieren.

1883 lief schließlich der erste Versuchsmotor, der bei der Glockengießerei Kurz gegossen und in deren Büchern als der „kleine Modellmotor“ geführt wurde. Dank Glühzündung und mittels gesteuertem Anlassventil erreicht er 600 Umdrehungen pro Minute und übertrifft damit die bisherigen Motoren, deren Drehzahllimit bei 120 bis 180 Umdrehungen liegt bei weitem.
Der nächste Versuchsmotor wurde seines Aussehens wegen als „Standuhr“ bezeichnet. Seine Leistung betrug in der ersten Ausführung von 1884 etwa 1 PS (0,8 kW) bei 600 Umdrehungen. Mit dieser Konstruktion, die auf Gewichtsersparnis und kompakte Bauweise ausgerichtet war, schufen Daimler und Maybach die Grundlage für den Einbau in ein Fahrzeug. Ein Motorrad mit hölzernem Rahmen, oft als „Reitrad“ oder „Reitwagen“ bezeichnet. Der nochmals verkleinerte 1-Zylinder-Motor nach dem Vorbild der „Standuhr“ wird stehend unter dem Sitz des Fahrers eingebaut. Der Motor, den man samt Drehschemellenkung unter Maybachs Anleitung in der Maschinenfabrik Esslingen einbaute, hat 1,5 PS (1 kW) und ist nach dem Vorbild der „Standuhr“ gebaut. Die Kraftübertragung erfolgt über die Riemen. Mit dieser Daimler „Motorkutsche“ entstand das erste Vierrad-Automobil der Welt. Ein weiterer Versuchsträger war ein Boot. Obwohl das zu damaligen gut laufende Geschäft der Bootsmotoren hohe Gewinne erbrachte, zehrten die Unkosten an Daimler Privatvermögen.

1890 konstituierte sich die Aktiengesellschaft aus Daimler, Duttenhofer und Lorenz unter dem Namen „Daimler-Motoren-Gesellschaft”.

1893 lehnte er es ab, die Aktien an der DMG zu erwerben, die ihm die Mehrheit garantiert hätten. Das immer gespannter werdende Verhältnis Daimlers zu Lorenz und Duttenhofer führt letztendlich dazu, dass beide ihn als Aktionär ausschalteten. Sie eröffneten Daimler die Möglichkeit, sein Aktienpaket und die Rechte an seinen Erfindungen zum Preis von 66.666 Mark zu verkaufen. Dieses Angebot nahm er schließlich auch an, um nicht als Bankrotter dazustehen. Es gab jedoch trotz Daimlers Austritt keine technischen Fortschritte mehr und die Bilanzen wurden zunehmend schlechter.

Wilhelm Maybach



1846 wurde Wilhelm Maybach in Heilbronn geboren. Er ging in Reutlingen zur Schule auf der sehr früh seine technischen Begabungen erkannt und gefördert wurden.

1865 lernte er Gottlieb Daimler kennen, welcher sein Weggefährte wurde.

1869 bis 1882 arbeitete Maybach gemeinsam mit Daimler in Karlsruhe, später wechselte er zu den Deutzer Motorenwerken. Dort begann er die Arbeit an einem leichten, schnelllaufendem Verbrennungsmotor, der für Fahrzeuge zu Wasser, Lande und Luft bestimmt war.

1882 ging er gemeinsam mit Daimler nach Cannstatt, um dort die Idee seines Verbrennungsmotors zu verwirklichen.

1883 entwickelt er den ersten liegenden Versuchsmotor, dem die so genannte „Standuhr“ folgen wird, ein Motor mit stehendem Zylinder, der für den Einbau in Fahrzeuge geeignet ist.

1885 wird zunächst ein hölzernes Reitrad, im nächsten Jahr dann auch eine Kutsche mit dem neuen Motor ausgerüstet. Doch Maybach genügt es nicht, lediglich Motoren für Kutschen zu bauen. Die Erfindung, die aus seinen Bemühungen resultiert, ist der Stahlradwagen. Mit diesem Fahrzeug führt Maybach auch das Zahnradgetriebe in den Automobilbau ein.

1889 wird Maybacha Konstuktion erstmals präsentiert.

1890 gründeten Duttenhofer,Lorenz und Daimler die Daimler-Motoren-Gesellschaft, bei der Maybach ein Jahr Chefkonstrukteur war.

1892 begann er die von Daimler finanzierten Entwicklungsarbeiten im Hotel Hermann in Cannstatt, die so bedeutende Konstruktionen wie den Spritzdüsenvergaser und den Phönix-Motor sowie Detailverbesserungen des Riemen-Antriebs hervorbrachten.

1895 übernahm er schließlich wieder seine Tätigkeit als Technischer Direktor bei der DMG. Dort entwickelt er zunächst den Röhrenkühler mit Ventilator und den Bienenwabenkühler. Als weitere technische Leistung entwarf der „König der Konstrukteure“, den ersten Vierzylinder-Automobilmotor.

1898/99 entstand eine Motorgeneration von fünf Typen zwischen 6 PS (4 kW) und 23 PS (17 kW).

1901 sorgte seine herausragendste Konstruktion, der erste Mercedes, für großes Aufsehen. Das Fahrzeug hob sich deutlich von allen bisher in der Daimler-Motoren-Gesellschaft erdachten und erbauten Wagen ab und beendete das Kutschenzeitalter im Automobilbau. In den folgenden Jahren führten die Mercedes-Wagen zu großen Erfolgen.

1907 verließ Maybach schließlich die DMG, da er Opfer mehrer Intrigen wurde.

1908 bat er dem Grafen Zeppelin an einen neuen Luftschiffmotor zu bauen, da das vorige Zeppelin durch eine Sturmböe zerstört wurde.

1909 wurde die Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH Bissingen gegründet, bei der Maybach und sein Sohn mit 20 % beteiligt waren und bei welcher Maybachs Sohn den neuen Motor konstruierte.

1912 zog die Firma nach Friedrichshafen, bei der zehn Jahre später auch Luxus-Automobile hergestellt wurden.

1929 kam Maybachs Meisterwerk „Maybach 12 Typ DS” auf den Markt, bei dem es sich um das weltweit erste Automobil mit V12-Motor handelte und das wie sein Nachfolger „Zeppelin”, als deutsches Pendant zum Rolls-Royce gesehen wurde.